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Staatliches Berufskolleg Glas-Keramik-Gestaltung
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Martin - Nagel - Haus / Erweiterung der Glasfachschule Rheinbach

Der Neubau der Glasfachschule beherbergt Schulungsräume für Solarglas-, Autoverglasung, Siebdrucktechnologie sowie Computerarbeitsplätze. Das Gebäude befindet sich auf einem Restgrundstück der Glasfachschule, begrenzt durch die bestehenden Schulgebäude und der Erschließungsstraße.
Der unorthodoxe Grundstückszuschnitt wurde zur Grundrißform:
Ähnlich einem überdimensionalen Kuchenstück paßt sich der Baukörper den Grundstücksmaßen an. Je nach Blickwinkel und Sonnenstand entstehen durch die organische Gebäudeform völlig unterschiedliche Ansichten.
Die Fassadengestaltung gleicht einer Fahrzeughülle: Großformatige Glasscheiben sitzen flächenbündig in gebogenen Metallpaneelen, ähnlich einer Fahrzeugkarosserie. Zur Verwendung kommen ausschließlich pure Materialien wie Stahl, Glas, Sichtbeton und Holz. 70 % der Fassadenfläche bestehen aus Glas. Die entmaterialisierte Gebäudehülle vermittelt Unterricht und Arbeiten wie auf der grünen Wiese.

Gebäudetechnik
Das Gebäude ermöglicht größtmögliche Flexibilität durch eine sichtbare Holorib - Betonverbunddecke, die ein einfaches Auf-, Ab- und Umrüsten der Installation zulässt. Im Holorib-Profil abgehängte Deckenstrahler dienen im Winter als Raumheizung und im Sommer mit Kaltwasserfüllung zur Kühlung.

In Zusammenwirkung mit einer Multifunktions - Isolierverglasung (Lichtdurchlässigkeit 57%, Wärmetransmission 35%) und einer ausreichend dimensionierten Querlüftung im Werkstattbereich kann ein additiver Sonnenschutz entfallen. Ebenso wie die Heizung/Kühlung sind Druckluftleitungen und Beleuchtung sichtbar an der Decke installiert.
Die Funktionsdecken der Computerarbeitsplätze wurden zusätzlich mit Akustikpaneelen aus Holzwerkstoff ausgestattet. Die komplette Elektro- und DV-Installation befindet sich in den statisch und konstruktiv erforderlichen Fassadenriegeln.

Materialien
Fußböden und Treppen sind mit Stirnholzpflaster belegt, für die Fassade im EG wurden ausschließlich raumhohe, teilweise gebogene Isoliergläser (r = 3323 mm) mit Silikonfugenstoß verwendet. Das Scheibenformat beträgt 3696 / 1992 mm. Die Gläser bestehen aus 2 x 8mm ESG mit 16mm Luftzwischenraum. Die opaken Elemente des Low-Tech-Gebäudes wurden aus preisgünstigen, modifizierten Industrie-Sandwichpaneelen gefertigt, welche sich nahezu flächenbündig der Form der EG-Verglasung anpassen. Die Raumtrennwände bestehen aus jeweils 2 vertikal gestellten Beton-Fertigteiltafeln, die üblicherweise als Halbfertigteil zur Herstellung wirtschaftlicher Betonverbunddecken verwendet werden. Die vorfabrizierten Industrieelemente aus strapazierfähigem Sichtbeton wurden 2-schalig oberflächenfertig eingebaut und ersparten zusätzlich Kosten für das Finish im Innenausbau.

Architekten:
Jürgen Marquardt in Marquardt Architekten, in AG mit Jörg Hieber
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